Björn Andrae


19. Januar 2016

Björn Andrae: „Na klar war ich nervös“

Erstes Volleyball-Pflichtspiel für den VfB Friedrichshafen nach seiner Knieoperation. Vor 13 Jahren schon im VfB-Trikot gespielt
Volleyball-Bundesliga: Es dauerte ein Weilchen, ehe Björn Andrae nach dem Schlusspfiff am Samstagabend wieder an der Spielfläche auftauchte. Der Annahmespieler und Außenangreifer des VfB Friedrichshafen hatte sich nach seinem Premierenauftritt aber nicht verkrümelt, vielmehr musste er auf dem Weg zum und vom Interview im Foyer zurück in die Halle jede Menge Fanhände schütteln und Fragen beantworten nach der ersten Bundesligapartie für den VfB nach 13 Jahren.
„Na klar, ich war nervös“, sagte Björn Andrae und schmunzelt bei dem Gedanken. „Nach so langer Zeit, einer solch langen Punktspielpause“ sei das noch normal, fügte der zwei Meter große Modellathlet an. Trotz seiner 35 Jahre, trotz der Erfahrung, die der Mann aus Berlin in 15 Jahren Profisport mit der bunten Kugel gesammelt hat: Beim VfB von 2000 bis 2003, als Nationalspieler, in Italien, Polen, Griechenland und Russland. Ankommen, nach beinahe einem dreiviertel Jahr Verletzungspause, das ist auch für einen gestandenen Sportler wie Björn Andrae nicht einfach so aus dem Handgelenk zu schütteln.
Trotz des perfekten Starts gegen den TV Rottenburg, der erste Aufschlag geriet gleich zu einem Ass, in den folgenden Ballwechseln sahen die 1660 Fans in der ZF-Arena des Öfteren einen kopfschüttelnden „Björnie“. Gar zu oft waren seine Annahmen nach einem Floataufschlag im Nirvana gelandet, kaum erreichbar für Teamkollege und Zuspieler Simon Tischer. Das „zusätzliche Adrenalin, enem, den Fans etwas zeigen wollen“. Nach einigen Punkten im ersten Satz aber war der deutsche Volleyballer des Jahres 2004 wieder in seinem Element, die Nervosität „relativ schnell abgelegt“. „Björn hat das sehr gut gemacht“, lobt Kapitän Tischer seinen Mannschaftskollegen. „Schön, dass er wieder dabei ist.“
Auch der Zuspieler feierte nach seiner Bandscheibenoperation ein gelungenes Comeback. Sein Ausfall dauerte nicht ganz so lange wie der von Andrae. Aber lange genug. „Ihm fehlt noch viel“, sagt Trainer Stelian Moculescu über seinen ersten Zuspieler. Training ersetzt eben kein Punktspiel. Außerdem: Gerade habe sich die Mannschaft mit Arslan Eski, dem Tischer-Ersatz, eingespielt, so Moculescu. Und jetzt müsse sie sich schon wieder umstellen. Sand im Volleyballgetriebe ist deshalb nicht überraschend. Aber Eski habe zurück in die Türkei gewollt, seine Frau erwarte ein Baby, erklärt Moculescu den überraschenden Abgang. Mit Geld, das der VfB sparen wolle, habe seine Rückkehr in die Türkei nichts zu tun.
Je länger das württembergische Derby dann dauerte, desto besser kamen die beiden und der VfB Friedrichshafen in Fahrt. Dennoch: „Gegen Rottenburg darf das Spiel nicht eng werden“, war Tischer nur bedingt zufrieden. Auch unter diesen Umständen nicht. „Ohne respektlos zu sein“, fügt er an, „wir müssen alle drei Sätze dominieren.
“ Einschläfern hätten sie sich lassen, meint er, Schiedsrichterentscheidungen hätten dazu beigetragen, dass er und seine Kollegen sich statt aufs Spiel, auf Diskussionen mit dem Unparteiischen eingelassen hätten. Wer weiß, wie die Partie geendet hätte, hätte Erik Scheu Baptiste Geiler nach der Gelben auch die Rote Karte gezeigt hätte. Die wurde aber wieder zurück in die Tasche gesteckt, beim 24:24 im ersten Satz, in einer Partie kurz vor dem Kippen. Tischer & Co. fanden danach ihre Konzentration wieder, ließen den Gästen keine zweite Chance. „Ein positiver Aspekt dieses Abends“, sagt Simon Tischer. Neben der Tatsache, dass er und Björn Andrae ihr Comeback zu einem standesgemäßen und überzeugenden Ende brachten.

(Quelle  Südkurier )

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